Fischöl gegen Multiple Sklerose

Faktenblatt Fettsäuren und Multiple Sklerose

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Fette sind wichtige Bausteine im Körper und haben eine Reihe von wichtigen Aufgaben (siehe KastenAufgabe von Fettenrechts). Abgesehen von den Transfettsäuren haben alle Fettsäuren eine bestimmte Funktion im menschlichen Körper.
Es gibt grundsätzlich keine „schlechten“ oder „guten“ Fettsäuren. Dennoch kann ein großes Ungleichgewicht innerhalb der Fettsäure-Gruppen signifikante gesundheitliche Probleme hervorrufen. Dieses Ungleichgewicht besteht heute insbesondere im Verhältnis zwischen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren und innerhalb der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zwischen den sogenannten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Letztere kann der Mensch nicht selbst herstellen und sie werden als essentielle Fettsäuren bezeichnet.

 

Genetik und Änderung der Ernährung im Laufe der menschlichen Entwicklung

Das Zusammenspiel von Genetik und Umwelt, Natur, Ernährung und Umwelt ist die Grundlage für
Gesundheit und Krankheit. In den letzten zwei Jahrzehnten konnte mit den Techniken der Molekularbiologie gezeigt werden, dass auf der einen Seite genetische Faktoren die Anfälligkeit für Krankheiten bestimmen und auf der anderen Seite Umweltfaktoren bestimmen, welche genetisch anfälligen Personen im Endeffekt von Krankheit betroffen werden (Epigenetik). Die Ernährung ist in diesem Zusammenhang ein Umweltfaktor von großer Bedeutung.
Während seit Beginn der landwirtschaftlichen Revolution große Veränderungen in unserer Ernährung stattgefunden haben, haben sich unsere Gene in den letzten 10.000 Jahren nicht verändert. Die spontane Mutationsrate für die Kern-DNA wird auf 0,5% pro Million Jahre geschätzt. In der Tat sind unsere Gene also heute nahezu identisch mit den Genen unserer Vorfahren in der Altsteinzeit vor 40.000 Jahren, in der unser genetisches Profil eingerichtet wurde. Das damit verbundene Problem wird in Abb.1 [nach Simopoulus 2008] auf einen Blick sichtbar. Weder die Fettsäuren noch der Antioxidantiengehalt in der heutigen Ernährung entsprechen unserem genetischen Profil.
omega 6 3Der Gesamtfettanteil innerhalb der Ernährung stieg von ca. 20% auf 35% bei gleichzeitiger Verdopplung des Anteils von gesättigten Fettsäuren. Zum ersten Mal tauchen mit Beginn des letzten Jahrhunderts zu dem künstliche oder herstellungsbedingte Transfettsäuren in der Nahrung auf und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren änderte sich im Laufe der Jahrhunderte von ca.1,5:1 auf 15:1 [Simopoulos 2008]. Der Ausbruch von Zivilisationskrankheiten ist somit vorprogrammiert, eine schleichende Entzündung innerhalb des Körpers wird zum Standardproblem und chronische Erkrankungen nehmen zu. Über MS wird übrigens zum ersten Mal Anfang des 19. Jahrhunderts relativ gesichert berichtet (Aufzeichnungen des Augustus D’Este, Sohn von Prinz Frederick Augustus D’Este und Enkel des englischen Königs Georg III.).
Ein Zufall? Eher unwahrscheinlich.

Multiple Sklerose und die Störung des Fettstoffwechsels

Hinsichtlich der Multiple Sklerose sind zwei Punkte ganz besonders interessant. Erstens gibt es ein alternatives Modell der Multiple Sklerose, welches die Krankheit als chronische Störung des Fettstoffwechsels beschreibt und damit vier Aspekte des Krankheitsausbruchs und der MS-Progression erklärt: 1) Pathophysiologie (Die Lehre der krankhaft veränderten Körperfunktionen), 2) die genetische Anfälligkeit, 3) Umweltfaktoren und pathogene Auslöser und 4) die unterschiedliche Häufigkeit bei Männern und Frauen. Kurz gesagt: bei Männern bricht eher Arteriosklerose aus, bei Frauen eher Multiple Sklerose. Der von Angelique Corthals im Jahr 2011 veröffentliche Review erklärt die Multiple Sklerose deutlich besser, als die heute allgemein angenommene Autoimmunhypothese [Corthals 2011]. Zweitens ist eine vaskuläre Komorbidität, ob bei Symptombeginn oder später während des Krankheitsverlaufs, mit einem wesentlich erhöhten Risiko einer Behinderungsprogression bei Multipler Sklerose verbunden. Die durchschnittliche Zeit zwischen Diagnose und ambulantem Hilfsb edarf betrug 18,8 Jahre bei Patienten ohne vaskuläre Begleiterkrankungen- und 12,8 Jahre bei Patienten mit vaskulären Begleiterkrankungen [Marrie 2010]. Die Auswirkungen der Behandlung von vaskulären Komorbiditäten auf den Krankheitsverlauf verdienen also ebenso eine Untersuchung wie die Behandlung eines gestörten Fettstoffwechsels an sich.

MS und Fettsäuren – eine Geschichte mit Widersprüchen

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren stehen schon seit Jahrzenten im Verdacht, maßgeblich an der Krankheitsprogression bei MS beteiligt zu sein. Hauptgrund für diese Annahme ist die Einlagerung gesättigter Fettsäuren mit hohem Schmelzpunkt in die Zellmembran und der damit beeinflusste Zellstoffwechsel [Holmann 1998]. Diäten, unter weitestgehendem Verzicht auf gesättigte Fettsäuren, konnten beachtliche Erfolge aufweisen – obwohl von der Schulmedizin nicht ernst genommen. Prominentes Beispiel ist die Swank-Diät oder auch die von Prof. Jelinek im Rahmen des OMS-Projektes vorgeschlagene Ernährungsumstellung (siehe: Weblinks).

Neuere Untersuchungen ergeben ein sehr viel differenzierteres Bild. Gesättigte Fettsäuren sind für den Körper genauso funktionell wichtig wie einfach oder mehrfach ungesättigte. Studien zeigen, dass die Einlagerung mittelkettiger Fettsäuren mit 12 Kohlenstoffatomen und sogar langkettiger Fettsäuren mit 14 Kohlenstoffatomen in den Zellmembranen invers mit dem EDSS und dem FFS korreliert, sich also günstig auf den Verlauf der Erkrankung auswirkt [Hon 2009]. Die mittelkettige Laurinsäure (C12H24O2) ist ein Hauptbestandteil von Kokosöl, und auch die langkettige Myristinsäure (C14H28O2) findet sich dort (Anteile je ca. 45% und 25%). Kokosöl spielt nicht nur unter diesem Gesichtspunkt eine besondere Rolle in der Ernährung bei MS, sondern auch aufgrund seines Gehalts an mittelkettigen Fettsäuren (MCT), die die Vorstufe sogenannter Ketonkörper bilden (Ketonkörper sind eine alternative Energiequelle für das Gehirn;siehe: Faktenblatt Zucker und MS) und seinen stark antiviralen und antibakteriellen Wirkungen. Die MCTs im Kokosöl zerstören Viren durch Unterbrechungen in deren Zell-Membranen, wodurch die Bildung und Reifung der Viren unterdrückt wird.

Auf der anderen Seite zeigt zumindest der Tierversuch, dass Palmitinsäure C16H32O2 die Glukoseintoleranz steigert, sowie das LDL-Cholesterin erhöht und somit ein Risikofaktor bei
Koronarerkrankungen ist [Devi 2010]. Es kommt also sehr auf die Art der gesättigten Fettsäuren an.
Einfach- und mehrfach- ungesättigte Fettsäuren
Einfach ungesättigte Fettsäuren können in Bezug auf die MS als neutral bewertet werden, wobei dem Olivenöl (Hauptbestanteil: Ölsäure 55-83%) aufgrund seines Gehalts an Polyphenolen eine besondere Bedeutung zukommt. Die Vielzahl von Gesundheits- und lebensverlängernden Vorteilen von Olivenöl beruhen auf seinem hohen Gehalt an Oleuropein, einem Polyphenol, welches hilft, die LDL-Werte und den Blutdruck zu senken, kognitiven Problemen und Krebs vorbeugt und insgesamt vor oxidativen Schäden schützt [Omar 2010].
German edition fattyBei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist die Sachlage deutlich komplizierter. Bei Entzündungskrankheiten wie Multiple Sklerose sind vor allem Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren von hoher Bedeutung, da diese Fettsäuren Entzündungsprozesse regulieren. Während die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure entzündungsfördernd wirkt, bilden Omega-3-Fettsäuren den entzündungshemmenden Gegenpol. Das nebenstehende Bild(Abb. 2)zeigt anhand der Prostaglandinsynthese den Einfluss von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auf die Entzündungsprozesse. Während der Omega-3-Zweig ausschließlich entzündungshemmende Eigenschaften aufweist, zeigt der Omega-6-Zweig ein janusköpfiges Verhalten. Aus der Dihomo-Gamma-Linolensäure werden sowohl entzündungshemmende als auch entzündungsfördernde Moleküle gebildet. Wie weiter oben erwähnt, schreibt das Genmaterial unseres Körpers eine ausgewogene Balance zwischen den Omega-6-und Omega-3-Fettsäuren vor. Heute beträgt das durchschnittliche Omega-6/3-Verhältnis in der Bevölkerung ca. 15:1, während ein Verhältnis von <3:1 als entzündungsneutral betrachtet werden kann. Bei einer MS-orientierten Ernährung muss es also darauf ankommen, die Zufuhrund Bildung von Arachidonsäure und von Prostaglandinen Typ 2 zu vermeiden. Dies gelingt auf zwei Wegen:
  1.  Änderung des Ungleichgewichts zwischen Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung
    omega 6
    Die Hauptursache dieses Ungleichgewichts ist die vermehrte Nutzung von billigen Omega-6-reichen Pflanzenölen in der Nahrungsmittelindustrie, insbesondere als Bestandteil von Tierfutter (Soja-Pellets). Wöchentlich werden für jeden Deutschen ca. 700 g Sojamehl mittelbar in der Tierhaltung eingesetzt. Angesichts des hohen Omega-6-Anteils im Sojaöl (über 50%) führt dieses Kraftfutter allein schon zu einer Omega-6-Quelle in unserem Nahrungsalltag. Hinzu kommen Sonnenblumenöl (64%), Maiskernöl (52%) und Sojaöl (51%) mit entsprechend hohen Omega-6-Anteilen. Wildfleisch oder das Fleisch von Weidetieren ohne Maisfütterung ist dagegen eher eine Quelle für gute Fette. Hinzu kommt,

    dass wir im Allgemeinen zu wenig Fischprodukte essen oder aber Omega-6-reiche Produkte von Fischen, die ebenfalls mit Industriefutter gezüchtet worden sind.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie hier im PDF

Vielen Dank an das Projekt lifesms für dieses tolle Faktenblatt. Weitere Informationen zu Multiple Sklerose finden Sie hier.

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