Omega-3-Fettsäuren bei Migräne

Artikelzusammenfassung von Dr. med. Volker Schmiedel

Migräne kann durch Omega-3 aus Fischöl gelindert werden

In dem Artikel „ω-3-Fettsäuren bei Migräne“ von Dr. med. Volker Schmiedel, der in der Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin erschienen ist, geht es um den therapeutischen Einsatz von Omega-3-Fettsäuren bei Migräne. Wir haben den Inhalt des Artikels für Sie nachfolgend zusammengefasst.

Symptome und Behandlung von Migräne

Ein 50-jähriger Migräne-Patient litt bereits seit frühen Kindheitstagen unter starker Migräne. Nachdem seine Amalgam-Zahnfüllungen im jungen Erwachsenenalter entfernt wurden, halbierte sich die Anzahl seiner Migräne-Anfälle. Einmal pro Woche trat jedoch weiterhin eine Migräne-Anfall auf. Das Schmerzmittel ASS (Acetylsalicylsäure) sowie Ibuprofen zeigten hierbei zum Teil Wirkung. Regelmäßig waren zudem auch stärkere Schmerzmedikamente notwendig. Doch selbst diese konnten den zumeist über mehrere Stunden andauernden massiven einseitigen Kopfschmerz mit einhergehender Übelkeit sowie erhöhter Geräusch- und Lichtempfindlichkeit nicht eindämmen. Des Weiteren lag eine ausgeprägte Alkoholempfindlichkeit vor. So führten bei diesem Patienten bereits 1 bis 2 Gläser Wein zu starken Kopfschmerzen am nächsten Morgen.

Vor 6 Jahren begann er auf meinen Rat mit der regelmäßigen Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl. Laut eigenen Aussagen lebt er seitdem frei von Beschwerden und benötigt keinerlei Schmerzmedikamente mehr. Auch der Genuss von Alkohol verursacht seit diesem Zeitpunkt keine Kopfschmerzen am nächsten Morgen mehr.

Der Einsatz von Omega-3 in der Therapie von Migräne

Die nachfolgenden Informationen basieren auf meinem Erfahrungswissen aus 20 Jahren therapeutischer Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren sowie 6 Jahren Therapie mit Omega-3 aus flüssigem Fischöl.

Fischöl bei Migräne

Fischöl ist reich an den lebenswichtigen marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Diese haben eine entzündungshemmende Wirkung und sind gut für die Funktion des Gehirns, der Augen sowie die Herzgesundheit. Entgegen der Erwartung vieler Personen, schmeckt ein gutes Fischöl kaum nach Fisch. Ein unangenehmer Geschmack oder Geruch tritt lediglich dann ein, wenn das Öl bereits verdorben ist. Dann sollte es nicht mehr verzehrt, sondern entsorgt werden.

Die Qualität eines Omega-3-Präparates kann im Falle eines flüssigen Öls sehr einfach durch eine Geruchs- und Geschmacksprobe beurteilt werden. Bei Fischöl in Kapsel-Form empfehle ich nach dem Kauf probeweise auf eine der Kapseln zu beißen. Schmeckt das darin enthaltene Öl unangenehm fischig, kann davon ausgegangen werden, dass dieses bereits ranzig ist. Kommt es nach der Einnahme von Fischöl-Kapseln zu einem unangenehm fischigen Aufstoßen, dann handelt es sich ebenfalls um ein bereits verdorbenes Produkt.

Leinöl bei Migräne

Leinöl weißt einen hohen Anteil an der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure ALA (ca. 60 %) auf und kann daher als gutes Omega-3 Öl bezeichnet werden. ALA muss vom Körper allerdings erst in die eigentlich wirksamen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA umgewandelt werden. Dies gelingt dem Körper zumeist nur zu einem äußert geringen Prozentsatz. Dies lässt sich auch bei meinen Patienten beobachten. So konnte ich bisher bei keinem, der pro Tag 2 Esslöffel Leinöl oder sogar mehr einnahm, einen guten Omega-3-Index feststellen. Aus diesem Grund rate ich dazu, Leinöl zusätzlich zu Fischöl (oder alternativ Algenöl) anzuwenden, jedoch nicht als Ersatz.

Krillöl bei Migräne

Krillöl enthält ebenfalls EPA und DHA und verfügt über ebenso positive Eigenschaften wie Fischöl. Der Preis für Krillöl ist jedoch 10-mal teuer, wenn man die gleiche Menge an EPA und DHA wie bei einem Fischöl erhalten möchte. Bei der empfohlenen Tagesdosierung von 2 Gramm EPA/DHA kommt man mit handelsüblichen Krillöl-Präparaten somit schnell auf 10-20 Euro pro Tag!

Bestimmung der Dosierungsmenge von Omega-3 bei Migräne

Berücksichtigung des individuellen AA/EPA-Quotienten

Vor Beginn einer therapeutischen Behandlung von Migräne sollte immer eine Diagnostik in Form einer subtilen Fettsäure-Analyse erfolgen. Bei dieser wird der AA/EPA-Quotient ermittelt. Dieser zeigt das Verhältnis von der entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäure „AA“ (Arachidonsäure) zu der entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäure „EPA“ (Eicosapentaensäure) an. Aufgrund der heutigen Ernährung haben die meisten Personen ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren.

Bei einem AA/EPA-Quotient von ungefähr 10 (also bei 10-mal mehr Omega-6 als Omega-3) rate ich zu einer täglichen Einnahmemenge von 2 g Omega-3. Das entspricht einem Esslöffel natürlichem Fischöl oder 15 handelsüblichen Fischöl-Kapseln á 500 mg Fischöl. Liegt der Quotient bei 15, sollten pro Tag 3 g Omega-3 (1 ½ EL Fischöl oder 20 Kapseln) eingenommen werden. Bei einem Quotienten von über 20 lautet meine tägliche Verzehrempfehlung 4 g Omega-3 (2 EL Fischöl oder 30 Kapseln).

Da diese hohe Einnahmemenge an Kapseln auf Dauer kaum tolerierbar ist, entscheidet sich der Großteil meiner Patienten zumeist für das flüssige Öl. Denn selbst bei Präparaten mit größerem Format oder chemisch aufkonzentrierten Kapseln, von denen nur ein Drittel oder die Hälfte der Menge eingenommen werden muss, ist dies auf Dauer kaum durchführbar.

Berücksichtigung des Körpergewichtes

Auch das Körpergewicht ist entscheidend bei der Wahl der Dosierung. Ein Kind, dass beispielsweise 30 bis 40 Kg wiegt, benötigt lediglich die Hälfte der oben genannten Dosierung. Bei einem Körpergewicht von 100 Kg und mehr ist hingegen die doppelte Tagesmenge an Omega-3 notwendig.

Berücksichtigung der Ernährungsweise

Des Weiteren beeinflusst auch die Ernährungsweise den Omega-3-Bedarf des Körpers. Stehen besonders häufig tierische Fette aus beispielsweise Wurst und Fleisch auf dem Speiseplan, bedarf es einer höheren Omega-3-Dosierung. Denn tierische Fette sind besonders reich an Omega-6-Fettsäuren – dem Gegenspieler von Omega-3. Werden stattdessen regemäßig Fisch und Meeresfrüchte verzehrt, kann die notwendige Dosis auch geringer ausfallen.

Damit der Körper die Omega-3-Fettsäuren optimal aufnehmen und verarbeiten kann, sollten entsprechende Präparate am besten direkt vor, während oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Da die Resorption von Person zu Person stark variiert, sollte nach 3 bis 4 Monaten eine erneute Fettsäure-Analyse durchgeführt werden. Anhand der Ergebnisse der zweiten Analyse kann die laufende Therapie optimiert und die tägliche Einnahmedosis gegebenenfalls angepasst werden.

Schlussfolgerung

Bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern ist die Verordnung eines hochwertigen Fischöls oder eines Algenöls als pflanzliche Alternative aus meinem therapeutischen Repertoire kaum mehr wegzudenken. Für einen optimalen Ausgangspunkt einer therapeutischen Behandlung von Migräne sollte im Rahmen einer Fettsäure-Analyse zunächst der AA/EPA-Quotient bestimmt und darauf basierend der individuelle Bedarf an Omega-3-Fettsäuren abgeleitet werden. Nach 3 bis 4 Monaten empfiehlt es sich, die Analyse zu wiederholen und die zu Therapiebeginn gewählte Dosis gegebenenfalls zu optimieren. Darüber hinaus rate ich oft zu einer ergänzenden Therapie mit weiteren Nährstoffen wir Selen, Vitamin D oder Phytotherapeutika wie Curcuma oder Boswellia. Auch eine Kombination mit konventioneller Medizin wie Cortison oder NSAR kann Erfolg sinnvoll sein.

 

Dr. med. Volker Schmiedel ist Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin und arbeitet im Ambulatorium Paramed in der Schweiz.

Die Zusammenfassung seines Original-Artikels können Sie hier nachlesen.

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