Sonne und Hautkrebs – Welche Rolle kann Omega-3 dabei spielen?

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Der Sommer steht vor der Tür, die Temperaturen klettern in die Höhe und die meisten verbringen mehr Zeit im Freien und in der Sonne. Dabei ist allseits bekannt, dass die Sonne für uns überlebenswichtig ist. Beispielsweise zur körpereigenen Bildung des Sonnenhormons Vitamin D in der Haut. Und doch gibt es Stimmen, die vor dem Sonnenbaden warnen, da es die Entstehung von Hautkrebs steigern kann.
Ist dies so? Müssen wir auf die geliebten Sonnenstrahlen verzichten? Um dem auf den Grund zu gehen, haben wir die Ergebnisse einer Vielzahl von Studien für Sie nachfolgend zusammengefasst und klären darüber auf, in wie weit Sonne gefährlich oder hilfreich sein kann und wie wir im Sommer am besten auf uns Acht geben.

Einflussfaktoren auf die Entstehung eines Melanoms

Wie so häufig in der Medizin, gibt es auch für das Melanom (Fachbegriff für schwarzen Hautkrebs) nicht nur einen, sondern eine Vielzahl an Risikofaktoren. Unumstritten ist dabei, dass Sonnenbrände das Risiko eines Melanoms stark erhöhen. Besonders viele oder schwere Sonnenbrände in jungen Jahren vervielfachen dabei dieses Risiko [1]. Die wichtigsten Einflussfaktoren haben wir nachfolgend zusammengetragen:

UV-Strahlung

Als wichtigster Risikofaktor für Hautkrebs gilt die ultraviolette (UV) Strahlung. Künstlicher UV-Strahlung ist man in Solarien ausgesetzt. Trotz moderner Techniken ist es unumstritten, dass die Bräunung im Solarium das Risiko für ein Melanom steigert [2]. Die Hauptquelle natürlicher UV-Strahlung ist die Sonne. Dabei müssen unterschiedliche Formen der Sonnennutzung unterschieden werden:
Als nachteilig zeigte sich die intermittierende Sonnennutzung. Diese beschreibt eine Sonneneinstrahlung in abwechselnder Intensivität, also mal sehr viel, dann wieder weniger Sonne. Über 20 Studien bestätigen ein um 57 % erhöhtes Risiko für Menschen, die sich solch einer intermittierend erhöhten Sonnenstrahlung aussetzen [3]. Ein Beispiel hierfür wäre eine Person, die klassischerweise tagsüber im Büro sitzt und kaum an der Sonne ist und dann für einen Urlaub an den Strand fährt und den ganzen Tag am Strand in der Sonne liegt. Daran scheint die Haut nicht angepasst zu sein.
Das Risiko kann zusätzlich durch den individuellen Hauttyp und den Grad der Lichtempfindlichkeit erhöht sein. Zwar haben lichtempfindliche Menschen oft blondes Haar und helle Augen, doch dies ist für die Zuordnung zu einem Hauttyp nicht entscheidend. Wichtig ist allein die Reaktion der ungebräunten Haut auf UV-Strahlung. Als besonders gefährdet gelten laut Studien rothaarige Menschen mit heller Haut und blauen Augen, vielen Sommersprossen und Melanomen bei Familienangehörigen [4].
Hingegen scheint regelmäßiges Sonnen sogar einen Schutz zu bieten. Eine Vielzahl von Studien ergab, dass Menschen, die regelmäßig Sonnenbäder nehmen, ein um 27 % geringeres Risiko haben [3]. Hierzu zählen zum Beispiel regelmäßige Aktivitäten wie Joggen oder Fahrradfahren im Freien. So gewöhnt sich die Haut im Frühjahr und Sommer langsam an die zunehmende Strahlung, wodurch das Risiko für Melanom deutlich sinkt – ein Sonnenbrand sollte dennoch in jedem Fall vermieden werden. Hierfür spricht auch, dass die Raten des Melanoms in der westlichen Welt über die letzten Jahrzehnte angestiegen sind, obwohl nur noch rund 10 % der Bevölkerung im Freien arbeitet.

Alkohol

Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergab, dass Alkohol das Risiko für Melanome massiv erhöht [5]. Als besonders gefährdet gelten diejenigen, die täglich mehr als 50 g Ethanol zu sich nehmen, was ungefähr 4 Gläsern Wein entspricht. Hierdurch erhöht sich das Risiko für schwarzen Hautkrebs um bis zu 55 %. Aber auch moderates Trinken von zum Beispiel 2 alkoholischen Getränken pro Tag steigert die Wahrscheinlichkeit eines Hauttumors um 18 % im Vergleich zu abstinent lebenden Menschen. Der Konsum von Alkohol in Verbindung mit Sonneneinstrahlung gilt als besonders gefährlich. Vermutet wird, dass durch den Alkohol der Gehalt an Antioxidanzien in der Haut absinkt. Diese sind jedoch dafür verantwortlich freie Radikale zu neutralisieren, die durch die Sonneneinstrahlung entstehen und Schäden in der Haut verursachen können. Im Umkehrschluss dürfte auch eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, die reich an Antioxidanzien sind, protektiv wirken.

Vitamin D

Paradoxerweise stellt ein ausreichend hoher Vitamin D Spiegel einen Schutz gegenüber der Melanombildung und eine Verbesserung der Überlebenschancen bei vorliegendem Melanom dar. Auch dies spricht dafür, dass eine moderate, regelmäßige Exposition mit der Sonne positiv für die Gesundheit ist, da so die körpereigene Bildung des Sonnenhormons ermöglicht wird. Ist dies nicht möglich, kann der Vitamin D Spiegel über entsprechende Präparate in den Normbereich gesteigert werden [6].

Omega-3

Die anti-entzündlichen, immunmodulierenden Effekte von EPA und DHA werden auch bei anderen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis therapeutisch genutzt [7]. Eine gute Versorgung mit den marinen Omega-3-Fettsäuren geht darüber hinaus mit einem geringeren Risiko für onkologische Erkrankungen einher. Zudem zeigten sie in verschiedenen Studien eine chemoprotektive und therapeutische Wirkung bei Krebspatienten. Erste Studien zeigen, dass EPA und DHA das Wachstum der Tumorzellen verringern und gleichzeitig das Absterben der betroffenen Zellen fördern können [8]. Eine klinische Studie zum Hautkrebs mit 79 Teilnehmern untersuchte, wie sich die regelmäßige Einnahme von 4.000 mg Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA) täglich auf die Hautimmunität gegenüber Sonnenlicht auswirkt. Die Probanden wurden dazu für 8, 15 oder 30 Minuten mit einem Licht bestrahlt, welches einer mittäglichen Sommersonne entsprach. Es zeigte sich, dass das Licht bei Bestrahlung für 8 oder 15 Minuten dem Immunsystem der Studienteilnehmer der Fischöl-Gruppe nur halb so stark zusetzte wie bei den Personen der Vergleichsgruppe, die kein Fischöl einnahmen [9].
Abschließend lässt sich sagen, dass die von so vielen geliebte Sonne für uns überlebenswichtig ist, doch auch darauf geachtet werden soll, sie in Maßen und unter gewissen Bedingungen zu genießen.
Bleiben Sie gesund, wir wünschen es Ihnen.

Wenn Sie Fragen oder Wünsche haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail post@norsan.de oder per Telefon unter der 030 555 788 990.

Literaturverzeichnis

[1] Olsen CM, Zens MS, Green AC, et al. Biologic markers of sun exposure and melanoma risk in women: pooled case-control analysis. Int J Cancer. 2011;129(3):713-723.

[2] Lazovich D, Isaksson Vogel R, Weinstock MA, Nelson HH, Ahmed RL, Berwick M. Association Between Indoor Tanning and Melanoma in Younger Men and Women. JAMA Dermatol. 2016;152(3):268-275.

[3] Nelemans PJ, Rampen FH, Ruiter DJ, Verbeek AL. An addition to the controversy on sunlight exposure and melanoma risk: a meta-analytical approach. J Clin Epidemiol. 1995;48(11):1331-1342.

[4] Gandini S, Sera F, Cattaruzza MS, Pasquini P, Zanetti R, Masini C, Boyle P, Melchi CF: Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: III. Family history, actinic damage and phenotypic factors. Eur J Cancer. 2005 Sep;41(14):2040-59.

[5] Darvin ME, Sterry W, Lademann J, Patzelt A: Alcohol consumption decreases the protection efficiency of the antioxidant network and increases the risk of sunburn in human skin. Skin Pharmacol Physiol. 2013;26(1):45-51.

[6] Newton-Bishop, J. A., Beswick, S., Randerson-Moor, J., Chang, Y.-M., Affleck, P., Elliott, F., … Bishop, D. T. (2009). Serum 25-Hydroxyvitamin D3 Levels Are Associated With Breslow Thickness at Presentation and Survival From Melanoma. Journal of Clinical Oncology, 27(32), 5439–5444.

[7] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-01-1997/pharm3-01-1997/#:~:text=Fisch%C3%B6l%20(Omega%2D3%2DPUFA,und%20insbesondere%20der%20h%C3%A4ufigen%20Windeldermatiti.

[8] Nikolakopoulou Z, Nteliopoulos G, Michael-Titus AT, Parkinson EK. Omega-3 polyunsaturated fatty acids selectively inhibit growth in neoplastic oral keratinocytes by differentially activating ERK1/2. Carcinogenesis. 2013;34(12):2716-2725.

[9] Pilkington SM, Massey KA, Bennett SP, et al. Randomized controlled trial of oral omega-3 PUFA in solar-simulated radiation-induced suppression of human cutaneous immune responses. Am J Clin Nutr. 2013;97(3):646-652. doi:10.3945/ajcn.112.049494

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